Methodik
Wie wir die CO₂-Zahlen berechnen
Auf jeder Artikelseite steht, wie viel Neuproduktion durch die Weiternutzung vermutlich vermieden wird. Diese Zahl ist eine Schätzung, und auf dieser Seite steht, wie sie zustande kommt und wo ihre Grenzen liegen.
Was wir rechnen
Wir schätzen die Emissionen, die bei der Herstellung eines vergleichbaren neuen Gegenstands angefallen wären. Nicht gerechnet sind Transport, Nutzung, Reparatur und Entsorgung. Auch der Betrieb der Plattform selbst ist nicht eingerechnet.
Die Formel
Vermiedene Neuproduktion = Emissionen des Neuprodukts, mal Substitutionsrate, mal Qualitätsrate.
Die Substitutionsrate ist der Punkt, an dem die meisten solchen Rechnungen schummeln. Nicht jeder Gebrauchtkauf verhindert einen Neukauf. Eine Studie an einem Wiederverwendungszentrum hat 577 Menschen danach gefragt, und die Unterschiede sind gross: Bei Computern ersetzt praktisch jeder Gebrauchtkauf einen Neukauf, bei Schuhen sind es 7 von 100. Wer diesen Faktor weglässt, rechnet sich systematisch reich. Die Qualitätsrate bildet ab, dass ein gebrauchter Gegenstand meist weniger Restlebensdauer hat als ein neuer.
Die Studie rechnet im Basisszenario mit einer Qualitätsrate von 1, weil sich kein präziser Wert festlegen lässt. Wir setzen mit 0,6 bis 0,8 bewusst tiefer an und weisen damit weniger aus, als die Quelle zuliesse.
Woher die Zahlen kommen
Die Emissionen der Neuprodukte stammen aus dem öffentlich zugänglichen Werkzeug «Impact CO₂» der französischen Umweltagentur ADEME, das sich auf die Base Empreinte stützt. Die Substitutionsraten stammen aus der Studie «Quantification of the environmental benefits of the reuse of goods» (Nichilo, Cavenago, Grosso, Rigamonti, Environmental Science and Pollution Research 33(6), 2026, S. 1941–1959, DOI 10.1007/s11356-025-36788-4).
Was wir gesetzt statt belegt haben
Für Möbel, Werkzeug, Gartengerät, Haushalt und Sport liegt uns keine erhobene Substitutionsrate vor. Für diese Gruppen rechnen wir mit einer Substitutionsrate zwischen 0,4 und 0,6 und einer Qualitätsrate zwischen 0,6 und 0,8. Das sind gewählte Werte, keine gemessenen. Wir kennzeichnen sie auf den Artikelseiten entsprechend.
Warum eine Spanne und nicht eine Zahl
Weil eine Zahl mit Nachkommastelle eine Genauigkeit vorspiegelt, die wir nicht haben. Wo wir Summen ausweisen, etwa im Umweltbericht eines Hofs, nennen wir das untere Ende der Spanne. Lieber zu wenig behaupten als zu viel.
Was wir ausdrücklich nicht behaupten
Wir behaupten nicht, dass diese Menge CO₂ tatsächlich nicht in die Atmosphäre gelangt ist. Wir behaupten, dass die Herstellung eines neuen Gegenstands mit hoher Wahrscheinlichkeit unterblieben ist, und wir beziffern, wie viel diese Herstellung gekostet hätte. Das ist ein Unterschied, und er gehört genannt.
Was noch fehlt
Eine schweizerische Datenquelle, Faktoren für mehr Gegenstandstypen und erhobene statt gesetzte Substitutionsraten für unser Sortiment. Daran arbeiten wir weiter.
Stand dieser Methodik: Version 1.0, 18.08.2026